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Wissenswertes über Madeira
Geologie
Madeira und seine Nachbarinseln Porto Santo, die unbewohnten Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens bilden die Inselgruppe Madeira. Sie liegen auf der Afrikanischen Platte und sind vulkanischen
Ursprungs. Sie sind durch einen Hotspot entstanden .
Madeira gehört zusammen mit den Kapverdischen Inseln, den Kanaren und den Azoren zu den makaronesischen („glückseligen“) Inseln. Drei Viertel des vulkanischen Systems liegen unter dem Meeresspiegel, die Meerestiefe beträgt etwa 4000 M.. Madeira entstand in
mehreren vulkanisch aktiven Phasen. In jeder vulkanischen Phase gab es an mehreren Stellen der Insel Ausbruchszentren.
Die erste Phase begann vor etwa 18 Millionen Jahren und endete vor etwa 3 Millionen Jahren. Sie war durch sehr starke eruptive Ausbrüche gekennzeichnet. In der zweiten Phase, die vor etwa
740'000 Jahren endete, vergrösserten Lavaauswürfe den Inselumfang vor allem am südlichen, westlichen und südöstlichen Rand. Zwei weitere vulkanische Phasen bildeten die Steilhänge im
Norden und Süden sowie die Hochebene aus. Die letzte vulkanisch aktive Phase begann vor etwa 500'000 Jahren. Man schätzt, dass diese letzte Phase erst vor 6'450 Jahren endete. Die
Lavahöhlen Grutas de São Vicente entstanden in dieser letzten Phase. Sie blieben als röhrenförmiger Hohlraum zurück, als die bei dem Ausbruch abfliessende Lava an der Oberfläche abkühlte und
sich verfestigte.
Da Madeira eine verhältnismässig junge Insel ist, haben die Flüsse der Insel meist ein sehr starkes Gefälle, weisen zahlreiche Wasserfälle auf und die Flussläufe führen ohne mäandernde
Schleifen direkt zum Meer.
Tiefgründige, fruchtbare Böden findet man auf Madeira am Fuss von Hängen. Sie werden von den Einwohnern Madeiras als Fajãs bezeichnet und ebenso wie die ebenfalls fruchtbaren Achadas, die
kleinen Hochplateaus, als Ackerbauflächen genutzt.
Im Hochgebirge sind die Böden dagegen sehr dünn und bestehen gelegentlich nur aus Steinen und Kies. (frei nach Wikipedia)
Klima
Im Norden der Insel regnet es häufig, der Süden ist dagegen subtropisch warm. Im Sommerhalbjahr liegt die Insel im Einflussbereich des Nordostpassats, im Winterhalbjahr liegt sie im Westwindgürtel.
Der vorherrschende Wind kommt aus Nordost. Er entsteht vor der Küste Portugals und zieht in Richtung der Kapverdischen Inseln. Dieser Wind bringt Feuchtigkeit mit sich und verursacht hohe
Wellen an der Nordküste und oft, besonders morgens, unbeständiges Wetter auf der Ostseite der Insel. Bei westlicher Windrichtung kann es im Osten der Insel sonnig und trocken sein, während
es im Süden und im Westen regnet.
Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur schwankt zwischen 19 Grad im Dezember und Januar und 25 Grad im Juli und August. (frei nach Wikipedia)
Die natürliche Besiedelung durch Pflanzen und Tiere
Da Madeira niemals eine Verbindung zum Festland aufwies und 630 Kilometer westlich der afrikanischen Küste liegt, erfolgte die Besiedelung der Insel durch Pflanzen und Tiere vorwiegend über drei
Mechanismen:
- Die passive Verdriftung durch Wind: Durch diese erreichten Pflanzensporen, Flugsamen, Spinnen sowie mikroskopisch kleine Tiere wie Einzeller, Räder- und Bärtierchen die Insel. Gelegentlich
wurden jedoch auch Landvögel oder auch Fledermäuse vom Wind mitgetragen und gelangten so auf die Insel. Goldhähnchen, Grasmücken, Amseln und Buchfinken gelangten auf diese Weise nach Madeira
und haben sich hier erfolgreich fortgepflanzt. Verhältnismässige Neuankömmlinge sind die beiden Schmetterlingsarten Kleiner Kohlweissling und Waldbrettspiel, die erst im letzten Viertel des 20.
Jahrhunderts nach Madeira gelangten und sich erfolgreich hier vermehrt haben. Extrem selten oder bereits ausgestorben ist der Madeira-Kohlweissling, eine Unterart des Grossen Kohlweisslings,
der seit 1977 nicht mehr gesichert nachgewiesen werden konnte.
- Die passive Verdriftung durch die Meeresströmung: Auf Treibholz gelangen sowohl Tiere als auch Pflanzensamen auf die Inseln. Unter den Tieren sind es vor allem Reptilien, Insekten, Spinnen,
Tausendfüssler, Asseln und Schnecken, die alle eine längere Seereise überstehen können. Die Vorfahren der endemischen Madeira-Mauereidechse sind auf diese Weise von Afrika nach Madeira
gelangt. Die nächststehende verwandte Art dieser Eidechse ist die in Marokko vorkommende Brilleneidechse.
- Das passive Verschleppen durch Vögel und Fledermäuse: Die Entstehung der meisten Arten des madeirischen Lorbeerwaldes ist darauf zurückzuführen, dass fruchtfressende Vögel Pflanzensamen
in ihrem Darm mit sich tragen. Vögeln und auch Fledermäusen haften darüber hinaus im Gefieder und im Fell gelegentlich auch die Samen von Klett- und Klebfrüchten sowie Eier von Insekten und
Spinnen an.
Seevögel sowie Zugvögel erreichen Madeira auch durch aktives Fliegen. Die Mönchsrobbe hat als einziges Säugetier die Insel schwimmend erreicht. (Nach Wikipedia)
Flora
Bis zur ersten Besiedlung war die ganze Insel dicht bewaldet. Kahlschlag reduzierte den Waldbestand erheblich, Holz wurde gebraucht für die Zuckerrohrindustrie und als Bauholz, die gerodeten
Flächen wurde als Acker- und Weideland genutzt. Nur an den schwer zugänglichen Schluchten im Inselinneren und auf der Nordseite konnten sich Reste des ursprünglichen Loorberwaldes
halten. Seit 1999 steht Madeira auf der Unesco-Liste des Weltnaturerbes.
Die Flora der Küstenzone
Madeira weist in der Küstenzone nur noch Restbestände der ursprünglichen Vegetation auf, da sich hier menschliche Eingriffe seit der Besiedelung durch den Menschen besonders stark ausgewirkt
haben. Bäume sind in diesem Bereich, in dem die Temperaturen ganzjährig mild sind und wenig Niederschläge fallen, selten. Früher war hier häufiger der Drachenbaum (Dracaena draco) zu finden.
Typischer für die Küstenregion sind niedrige Sträucher, Kräuter und sukkulente Pflanzen. Auch hier finden sich eine Reihe von Pflanzen, die in ihrer natürlichen Verbreitung auf Madeira
beziehungsweise auf Makaronesien beschränkt sind. Auffallend ist die Fischfang-Wolfsmilch (Euphorbia piscatoria), die bis zu zwei Meter hoch werden kann und an einigen Stellen der küstennahen
Klippen dichte Gestrüppe ausbildet. Wie viele Wolfsmilchgewächse sondert auch sie einen giftigen Milchsaft ab. Dieser wurde früher von den Madeirern verwendet, um im seichten Küstengewässer
Fische zu fangen. In den Felsenregionen finden sich zwei Dickblattgewächse, die nur auf Madeira vorkommen. Das Drüsen-Aeonium (Aeonium glandulosum) hat sich auf Standorte an senkrechten
Felswänden spezialisiert, wo es eine bis zu 20 Zentimeter breite, aber sehr flache Blattrosette ausbildet. Das Kleb-Aeonium (Aeonium glutinosum) dagegen wächst zu einem kleinen und stark
verzweigten Strauch heran. Beide Arten sind sehr häufig zu finden. Besonders zahlreich sind in dieser Region ausserdem endemische Korbblütler. Zu ihnen zählen unter anderem eine Reihe von
Arten der Strohblumen (Helichrysum), der Wucherblumen (Argyranthemum), der Gänsedisteln (Sonchus) und des Pippaus (Crepis).
Die Übergangszone zum Lorbeerwald, die etwa ab 300 -600 Höhenmeter zu finden ist, weist im Gegensatz zur unmittelbaren Küstenzone mehr Baumbestand auf. Hier finden sich unter anderem
Wachsmyrte, die ersten Vertreter des Barbusanos (Apollonia barbujana) und der Kanarischen Weide (Salix canarensis).
Der Lorbeerwald Laurisilva
Der Laurisilva Madeiras bedeckt etwa 20 % der Inselfläche und hat eine Ausbreitung von etwa 150 Quadratkilometern. Er erstreckt sich auf einer Höhe von 600 - 1300 m. Er weist Pflanzenarten auf,
die im klimatisch wärmeren Tertiär auch in Europa heimisch waren. Während in Europa diese Pflanzen durch die Eiszeiten verschwanden, konnte sich diese Pflanzengesellschaft teilweise auf Madeira
halten. Bedingt durch den Nebelniederschlag sind die Wälder sehr feucht.
Zu den charakteristischen Baumarten zählen der Azoren- oder Kanaren-Lorbeer (Laurus azorica), eine Isoplexis-Art, der Barbusano (Apollonias barbujana), die Kanaren-Stechpalme (Ilex
canariensis), die Baumheide (Erica arborea), der Madeira-Holunder (Sambucus lanceolata) sowie der Madeira-Lorbeer (Persea indica). Im Unterwuchs des Lorbeerwaldes findet man vor allem
Farne und Moose. Durch Aufforstung sind Wälder mit ursprünglich nicht heimischem Eukalyptus, Akazien, Föhren und Douglaskiefern entstanden. Sie wachsen sehr schnell und gefährden mit ihrem
invasivem Wachstum das lokale Oekosystem.
Der Heidewald Madeiras
Als Heidewald bezeichnet man die Übergangszone zwischen dem Lorbeerwald Madeiras und dem Hochgebirge. Da er an deutlich wind- und sonnenexponierteren Stellen als der Lorbeerwald
wächst, werden die hier vorkommenden Pflanzen nur selten höher als vier Meter und bleiben an einigen Stellen buschartig niedrig. Alle Arten, die hier vorkommen, sind auch im Lorbeerwald zu
finden. Allerdings dominieren hier die Baumheide und die Besenheide (Erica scoparia). Auch die Madeira-Heidelbeere – eine endemische Strauchart, die bis zu sechs Meter hoch werden kann – ist
hier häufig zu finden.
Die Flora des Hochgebirges
Das Hochgebirge Madeiras ist durch karge und sehr dünne Böden gekennzeichnet. An vielen Stellen sind Erosionsschäden zu sehen. Als grössere Baum- und Straucharten sind neben Madeira-
Heidelbeere und Baumheide an geschützten Stellen noch der Madeira-Vogelbeerbaum (Sorbus maderensis), die Eibe (Taxus baccata) und der Kanaren-Wacholder (Juniperus cedrus) zu finden. Zu
den an die Hochgebirgsbedingungen angepassten Pflanzen gehört die Madeira-Glockenheide (Erica maderensis). Zu den seltensten Hochgebirgspflanzen Madeiras zählt der Madeira-Augentrost
(Odontites hollianus) und das gelbblühende Madeira-Veilchen (Viola paradoxa). Das Hochplateau Paul da Serra war vor Besiedelung durch Menschen überwiegend mit Kanaren-Wacholder
bewachsen. Abholzungen haben dazu geführt, dass hier fast nur noch Gräser, Adlerfarn und der auf Madeira eingeführte Stechginster zu sehen sind. (Nach Wikipedia)
Geschichte
Vermutlich wurde Madeira bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. von Phöniziern entdeckt, so berichtet es zumindest Diodor (5.19–20). Plinius der Ältere berichtet in seiner Naturalis historia gegenüber dem
vorspringenden Kap des Hohen Atlas von einer Insel Atlantis, die mit Madeira identifiziert werden kann. Plutarch hat wahrscheinlich in seiner Biographie des Sertorius auch bereits die beiden Inseln
Madeira und Porto Santo erwähnt. Plinius bezeichnet die ganze Inselgruppe als die Purpurinseln. Bei Claudius Ptolemäus wird die Hauptinsel von Madeira „Erythia“ und die nördlichere kleinere Insel
Porto Santo mit „Paena“ bezeichnet. Hinweise auf ständige Besuche oder eine Besiedlung in dieser Zeit gibt es allerdings nicht. Die sogenannte Medici-Karte von 1351 zeigt drei der afrikanischen
Küste vorgelagerte Inseln, Porto Séo, Deserta und Isola de Lolegname.
1419 gilt als Jahr der Wiederentdeckung durch den portugiesischen Seefahrer João Gonçalves Zarco. Es ist jedoch bekannt, dass schon im 14. Jahrhundert Schiffe auf ihrer Rückfahrt von den
Kanaren regelmässig hier anlegten. Ab 1420 wurde Madeira auf Betreiben Heinrich des Seefahrers von den Portugiesen besiedelt. Sklaven von der Guineaküste, von den kanarischen Inseln und
später aus Nordamerika wurden auf die Insel gebracht. Das kostbare Lorbeerbaumholz wurde vor allem für den Schiffbau gebraucht.
Recht schnell wurden von den portugiesischen Siedlern auf den Inseln der Getreideanbau und die Viehzucht eingeführt. Das dafür notwendige Land wurde durch Brandrodung gewonnen. Das
Feuer, das Zarco 1420 dafür legen liess, soll noch sieben Jahre später gewütet haben. Auch der Anbau des aus Sizilien eingeführten Zuckerrohrs spielte eine immer wichtigere Rolle. Bereits 1452
wurde die erste Wassermühle zur Zuckerrohrverarbeitung errichtet, nahezu zur selben Zeit wurden die ersten Bewässerungskanäle (Levadas) angelegt. Schon Mitte des 15. Jahrhunderts belieferte
Portugal den europäischen Zuckermarkt bis nach Bristol.
Christoph Kolumbus besuchte die Insel 1478 als Zuckerhändler. Die üppige Fruchtbarkeit und der grosse Wohlstand lockten 1480 viele Europäer an. Vor allem italienische und flämische Händler
liessen sich auf der Insel nieder.
Madeira verzeichnete 1515 19.000 Einwohner, darunter waren etwa 3.000 Sklaven.
Der ausgelaugte Boden der Insel brachte 1521 immer schlechtere Erträge, und es gab einen drastischen Niedergang der Zuckerrohrproduktion. Ebenso litt Madeira unter der starken Konkurrenz der
Zuckerrohrplantagen in Amerika.
Viele Pflanzungen wurden in Weinberge umgewandelt. Im 16. Jahrhundert wurde Madeira ein Exporteur von Weinen. Die Reben stammten ursprünglich aus Zypern, Kreta und Sizilien.
Madeira war ein Umschlagplatz für aus Westafrika kommende Sklavenhändler.
Im Vertrag von Lissabon erhielt Portugal 1668 endgültig seine Unabhängigkeit zurück, musste aber zahlreiche Zugeständnisse an England machen. Englische Händler liessen sich auf Madeira nieder,
um Wein zu exportieren. Portugiesen war der Weinexport nicht erlaubt. In den Napoleonischen Kriegen wurde Madeira von 1801 bis 1814 von England besetzt, um die Insel vor den Franzosen zu
schützen. Weitere englische Familien liessen sich auf der Insel nieder.
In der Folge von Mehltau- und Reblausplagen, die den Grossteil der Weinpflanzungen vernichteten, verliessen ab 1852 zahlreiche Menschen die Insel. Wichtigstes Exportprodukt ist heute die
Madeira-Banane.
Madeira erhielt 1976 eine innere Autonomie mit weitgehenden Selbstverwaltungsrechten (eigene Regierung und Parlament). Bei den ersten freien Wahlen ergab sich eine Mehrheit für die christlich-
konservative Sozialdemokratische Partei PSD des katholischen Zeitungsherausgebers Alberto João Jardim, der seit 1978 Präsident der Inselregierung ist (mit einer kurzen Unterbrechung 2007).
Seit 1986 ist Portugal und damit Madeira Mitglied der Europäischen Union. Gefördert wird vor allem der Bau neuer Strassen und die Infrastruktur.
Madeira hat 235'000 Einwohner, die Hälfte wohnt in Funchal (Nach Wikipedia)
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