Abkehre oder Auskehre: Schleuse oder Stelle des Waales, wo Wasser abgeleitet werden kann
ankehren oder herschlagen oder herkehren: Wasser in den Waal einleiten
Anrenne oder Einkehre: Waalfassung
Bichl oder Egger: Geländerücken mit kleinem Wiesenwaal
Dole oder Karnill: Waalunterführung bei Wegen oder Geröllhängen
einschenken: das Einfliessen des Wassers von einer Holzrinne in die nächste
Enz: Holz- oder Metallträger, auf dem die Holzrinnen oder die Rohre liegen
Freiwaal: Waal, dessen Benutzung nicht durch eine Ordnung geregelt ist
Freiwasser: Wasser, das nicht an eine Rodordnung gebunden ist, auch kostenloses Wasser
Fuchs: Erdrutsch, der durch zu starkes Bewässern entstanden ist ('er hat einen Fuchs geschossen')
Galmana: Schleuse
Ganglatte: Brett auf oder neben einem Kandlwaal als Weg für den Waalhüter
Hilbe oder Tschött oder Rease: Kleiner Teich zur Speicherung, Klärung und Erwärmung des Wassers
Ilz oder Wurzwaal: Kleiner Bewässerungskanal in Wiesen, läuft meist über langezogene Geländerücken (Bichl, Egger)
Kandl oder Iesche oder Nuosch: Aus einem Baustamm gefertigte Holzrinne
Kandlhacke: Hacke zum Aushöhlen der Holzkandln
Kandlbock: Holzstütze einer Holzkandl
Kandlwaal: Waal.der zum grössten Teil aus Holzkandln besteht
Kehre: Öffnung oder Kerbe im Waaldamm zur Ableitung einer bestimmten Wassermenge
Lawod oder Wiere: Aus Brettern zusammengefügte Holzrinne, auch für Betonrinne verwendet
leiten: Das Wasser in eine bestimmte Richtung führen, vgl. auch portugiesisch 'Levada'
Maschun oder Nachtrode: Wasserrecht bei Nacht
Mette: Wasserrecht, das am frühen Morgen beginnt
Pingger oder Pinkera oder Puntair: Wasserkanal, der vom Tragwaal zu den Ilzen führt
Prim: Die erste Rode
räumen: Den Waal oder den Sandfang reinigen
Rechen: Holz oder Metallgitter im Waal zum Aughalten von Laub und Treibholz
Reitung: Abrechnung der Wasserangelegenheiten wie Löhne oder Steuern
Ritsch: Gedeckter oder offener Wasserkanal entlang von Wegen oder in Dorf- oder Stadtgassen
Rod oder Rode: Die festgelegte Reihenfolge der Wassernutzung, auch Zeit der Wassernutzung oder die Nutzung selber
Rodbrief oder Rodordnung oder Waalordnung oder Waalbrief: Schriftliche Bewässerungsregelung
Rodtag: Der Tag, an dem der Bezieher das Wasser bekommt
Rodwaal: Ein Waal, der durch eine Rodordnung geregelt ist (im Gegensatz zum Freiwaal)
Rodont oder Rodande: Steiler Feldstreifen, an dessen Oberrand der Waal verläuft.
Rotationsreiniger: Vorrichtung zur Reinigung des Waalwaasers vor einer Verrohrung
Runst: Bergab fliessender Waal oder vom Wasser selbst geschaffener Graben
Sandfang oder Sandgrube oder Sandkasten oder Sandtschött: Holz- oder Betonbecken oder Grube zum Auffangen des im Waalwasser mitgeführten Sandes
Sandschweller: Schleuse zum Ablassen der Ablagerungen aus dem Sandfang
Scharte: Brett einer Schleuse
Schlotterwasser: Wasser, das nicht nach der Rode genutzt wird, sondern mit dem Schlotterlos ausgelost wird
Schöpf: Verteilerstelle des Waalwassers
schoppen oder zuschoppen: verschliessen, zustopfen, abdichten
Schrothaue oder Waalhaue: Haue zum Aushacken und Instandhalten des Waales
Schwellbrett oder Schuber oder Schwellschuber: Verstellbares Holzbrett oder Metallplatte zur Regulierung des Wasserflusses in einer Schleuse
Schwelle oder Schweller: Schleuse zur Regulierung oder Absperrung des Wassers, bestehen aus einem oder mehrerern Holz oder Metallrahmen mit einem Schwellbrett
schwenzen oder ausschwenzen: Ausspülen oder Ausschwemmen des Waales oder des Sandfanges mit 'Schwenzwasser'
Seih: Im Waal eingesetztes Sieb zum Auffangen von Verunreinigungen
stehen: Keine Bewegung im Wasser, 'der Waal steht'
Trager: Wasserbezieher, der am Unterhalt des Waales mithilft und deshalb bei der Rod bevorzugt wird
Taichtel: Rohrleitung
Tenne: Mit Holzplanken ausgelegte Wasserfassung in einem Bach
Tragwaal: Hauptwaal, der das Wasser von den Bächen zu den Bewässerungsfluren 'trägt'
Überlauf: Ableitung des überschüssigen Wassers (häufig Doppelschleuse)
vorwassern: Bewässerung vor dem eigentlichen Wachstum der Pflanzen
Waal: Wasserkanal, der der Flurbewässerung oder dem Betrieb von Wassermühlen dient (aus röm 'aquale')
waalen: An der Instandhaltung der Waale arbeiten
Waaler oder Waalhüter oder (Waal-)Saltner: Der für die Beaufsichtigung und Instandhaltung sowie für die Wasserverteilung zuständige Mann
Waalerhütte: Unterkunft für den Waaler, meist einfach eingerichtet, weil nur im Sommer bewohnt
Waalgenossenschaft oder Waalinteressenschaft oder Wasserleege Zusammenschluss von Bauern, die zusammen einen Waal besitzen
Waalhammer oder Wasserschlegel: Von einem Wasserrad angetriebene Vorrichtung, die auf ein Schaufelblatt schlägt
Waalplatte Steinplatte, die zur Umleitung des Waalwassers in den Waal eingeschlagen wird:
Waalrecht: Bezugsrecht auf Waalwasser
Waalschelle: Von einem Wasserrad angetriebene Vorrichtung, die auf eine Blechglocke (Schelle) schlägt
Waalsteig oder Waalweg: Weg dem Waal entlang, meist auf dem Waaldamm verlaufend, zum Teil auch als Brettersteig ('Ganglatte')
Wasserbrett: Wie Waalplatte, aber aus Holz
Wasserglocke: Wie Waalschelle, aber mit einer richtigen Glocke
wassern: bewässern
Wasserwasser: Bewässerungswasser
Wecker: Glocke in der Waalerhütte, die mit einem Schwimmbrett im Waal verbunden war. Beim Sinken des Wasserspiegels wurde sie zum Läuten gebracht
Weile: Genau festgelegte Zeitdauer, in der die Bewässerung durch einen Bezüger durchgeführt werden kann. Es gibt Tagweilen (12 x 1.5 Stunden) oder Nachtweilen (meist 6 Stunden)
Wetterwasser: Regenwasser
Winterwasser: Schnee- oder Schmelzwasser
Wierenbock: Träger der Wiere, Stützpfeiler
Zierl: Abflussrohr der Tschött
Quelle: Südtiroler Waalwege 40 schöne Wanderungen von Hanspaul Menara ISBN 978-88-8266-829-7