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Central dos Socorridos
Das Kraftwerk Socorridos wurde 1994 gebaut. Das Projekt sollte 3 Ziele erfüllen:
1. Die Trinkwasserversorgung von Funchal und Camara do Lobos musste gesichert werden
2. Die Regulation der Bewässerung der Gebiete um Covao und Camara dos Lobos musste verbessert werden
3. Die Stromproduktion Madeiras musste mit eigenen Ressourcen erhöht werden
Die Kraftwerkzentrale Socorridos befindet sich an der Ribeira dos Socorridos auf 89 Metern Höhe.
Die Druckröhre teilt sich vor dem Generatorenhaus in 4 Äste.
3 davon treiben 3 Turbinen und 3 Generatoren an. Die Turbinen leisten 24 MW und die produzierte Energie beträgt 40 GWh.
Der vierte Ast führt zum Kleinkraftwerk Santa Quiteria. Hier wird das Wasser aufbereitet und als Trinkwasser für Funchal weitergeleitet. Interessant die Röhrenführung aufwärts auf der östlichen Talseite, Kreuzung mit der Levada dos Piornais und der oberirdischen Überquerung eines Nebenbaches der Ribeira dos Socorridos über eien Brücke
Gespiesen wird die 1175 m lange Druckröhre von einer Ladekammer in Covao auf 547 Metern Höhe.
Von hier werden auch die Wasserreservoirs von Covao und Camara de Lobos versorgt.
Die Ladekammer wiederum bezieht ihr Wasser aus dem 4.991 Km langen Tunel dos Socorridos, der sich von Terra Cha bis nach Covao erstreckt.
Oberhalb von Terra Cha wurde in einem Nebenbach der Ribeira do Curral eine unterirdische Station gebaut, wo 2 zuführende Tunnels aufeinandertreffen. Es handelt sich dabei um den Tunel do Pico Grande und den Tunel da Faja Escura.
Der 1.8 Km lange Tunel do Curral das Freiraswird in Faja Escura gefasst wird und ihm ist dort ein Speicherbecken von 2'000 m3 vorgeschaltet.
Der zweite Tunnel, der in Terra Cha endet, ist der Tunel do Pico Grande, der im Tal der Ribeira do Pico an der Stelle beginnt, von wo auch die Levada do Norte Süd weiterfliesst. Der Tunnel ist 2.9 Km lang.
Der Beginn des Tunnels ist in einer rieseigen Bachverbauung mit komplizierten angeordneten Speicherbecken zu finden
Von der Schaltstelle im Tal der Ribeira do Pico führt der Tunel do Canal do Norte zum Ausgleichsbecken des Kraftwerks Serra de Agua. Dieser Tunnel ist 2.7 Km lang und ersetzt die Levada do Norte Süd in diesem Bereich. In der Ribeira do Poco kommt der Tunnel kurz an die Oberfläche
Die alte Levada do Norte Süd zwischen dem Kraftwerks Serra de Agua und der Schaltstelle ist nicht mehr in Betrieb!
Das Ausgleichbecken des Kraftwerks Serra de Agua wird einerseits mit dem Wasser aus dem Generatorenhaus, andererseits vom Tunel da Encumeada gespiesen.
Dieser Tunnel ist 2.8 Km lang und verbindet die Levada da Faja do Rodrigues mit dem Socorridos-System.
Die ursprüngliche Levada wurde mit der Galeria Faja da Ama und dem Tunel da Ribeira Grande de Sao Vicente ausgebaut.
In dieser Form war das Kraftwerk 1995 bis 2006 in Betrieb.
Das System hatte 3 Nachteile:
1. Das Wasser nach dem Generatorenhaus floss ungenutzt in die Ribeira dos Socorridos.
2. Die Ladekammer in Covao war mit 7'500 m3 zu klein und garantierte nur im Winter eine optimale Auslastung der Turbinen.
3. Trinkwasserversorgung und Bewässerung standen in zunehmender Konkurrenz zur Stromgewinnung.
Das Wasser im Sommer für Bewässerung und Trinkwasserversorgung gebraucht, es blieb kein Wasser für die Stromproduktion übrig.
Zusätzlich standen weitere Probleme an:
1. Die Windkraftwerke auf der Paul da Serra produzierten gleichmässig über 24 Stunden Strom, es fehlte Speicherkapazitäten für die in der Nacht produzierte Energie.
2. Die Wasserkraftwerke produzierten ebenfalls gleichmässig Strom, der Bedarf war tageszeitlich bedingt stark schwankend.
3. Der Wasserbedarf von Funchal und Camara do Lobos musste gewährleistet werden.
4. Der Wasserverlust in der Levada do Norte Süd war mit 1'300 m3 pro Tag zu hoch und gefährdete die Deckung des Wasserbedarfs der Gegend zwischen Campanario und Camara do Lobos.
Um diese Mängel und Probleme zu beheben, wurde ein Projekt zur Verbesserung dieser Mängel lanciert.
Es umfasste :
1. Der Bau eines Tunnels (3) zur Speicherung von zusätzlichen 32'500 m3 Wasser und die Sicherung der Wasserversorgung zwischen Covao (9) und Campanario (6).
2. Der Bau einer unterirdische Speichergalerie (40'000 m3) (7) beim Kraftwerk Socorridos (5) und den Einbau eines Pumpsystems (8) von dieser Galerie nach Covao.
3. Der Ausbau des Encumeada-Wassertunnels (1) und des Canal do Norte-Tunnels (2) (zusätzliche Speicherung von 55'000 m3 Wasser) und der Einbau von Toren, um Wasser für die Wasserversorgung abzuleiten.
Das Ganze sollte folgendermassen funktionieren:
Das Projekt was so geplant, dass das Wasser für die Stromproduktion ungehindert von der Wasserversorgung gebraucht werden konnte.
Während des Tages wird das ganze Wasser, das in den Tunnels gespeichert wird, durch die Turbinen in Socorridos und Sta Quiteria (4) geschickt.
In Sta Quiteria wird das Wasser in die Wasseraufbereitungsanlage geleitet und wird als Trinkwasser für Funchal weiterverwendet.
In Covao und Campanario kann Wasser für die Bewässerung und als Trinkwasser abgezweigt werden.
Das meiste Wasser geht durch die Turbinen in Socorridos und wird danach in den Galerien gespeichert. In der Nacht wird das Wasser mit dem Strom der Windkraftwerke wieder in den Covao-Tunnel hinaufgepumpt und in den Tunnels wird das Wasser gestaut.
Der Kreis ist geschlossen:
Hier eine schematische Darstellung:
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