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13.05.2019 Ein neuer Aufstieg von Meia Legua nach Eira do Mourao, und die Rätsel der Madres der Levadas de Baixo und Meio
Datum: 13.05.2019
Anfahrt: Canico - Ribeira Brava - Meia Legua
Verlauf: Im Januar haben die Madeira Lés a Lés einen Bericht über die Reinigung und Wiederherstellung der alten Vereda do Cabouco auf Facebook gepostet. Diese ist ein alter vergessener Weg von Meia Legua vorbei an alten Höhlenhäusern und verfallenen Ruinen nach Eira do Mourao. Diesen wollte ich mit Issi heute erkunden, ebenso haben sich ein paar Fragen zur Madre der Levada de Baixo ergeben, die wir klären wollten, und schliesslich gibt es da ja noch die Schlucht der Ribeira Funda ab der Madre der Levada do Meio unter der Brücke der Levada do Norte, die ich unbedingt mit eigenen Augen sehen wollte. Soweit zu den Fragestellungen des Tages.
Wir trafen uns am Miradouro do Forte oder Pico da Cruz oberhalb von Ribeira Brava und liessen ein Auto dort stehen. Mit dem zweiten Auto fuhren wir nach Meia Legua, hinter dem Continente über die Brücke und bis ans Ende der Strasse beim Wasserresevoir, das zu unserem Fixpunkt auf dem ersten Teil des Aufstieges werden sollte.
Zuerst mussten wir den Zugang zur Vereda do Cabouco finden. Irgendwie über Treppen, Feldwege und Brücken kamen wir zum eindeutigen Weg, der eigentliche Einstieg wäre aber weiter nordwestlich gewesen. Zuerst geht es in südöstlicher Richtung bis zu einer Spitzkehre, dann teilweise etwas ausgesetzt, aber immer auf relativ breitem Weg mit vielen alten Steinstufen in nordöstliche Richtung. Später hat man einen schönen Blick auf einen eindrücklichen Wasserfall. Dann die Schlüsselstelle über steile Stufen, die mit einem gut fixierten Seil gesichert sind. Eigentlich eher für den Abstieg nötig, denn hier ist der Untergrund etwas rutschig. Und kurz nach dem Seil ist es ohne Stufen steil und noch etwas rutschiger. Obwohl nicht ausgesetzt, hier muss man doch aufpassen.
Dann weiter über gute Stufen, hier kamen uns 3 Ziegen entgegen die sich sichtlich über Besuch freuten. Nach einer kleinen Traverse steht man vor dem Höhlenhaus, das wir schon im Les a Les-Bericht bewundert haben.
Danach geht es um den Lombo und man steht vor 3 verfallenen Häusern, die auch teilweise Wohnräume in Felsenhöhlen aufweisen. Eine Küche, wo man den Eindruck hatte, dass gleich eine Frau sich an den Herd stellen und ein Feuer entfachen würde. Alles in bester Ordnung, nur die Häuser sind definitiv nicht mehr bewohnbar.
Danach geht es steil weiter, an einem weiteren verfallen Wohnhaus vorbei, ziemlich steil auf dem Lombo nach oben und dann in eine Traverse unterhalb der letzten Häuser von Eira do Mourao. Hier ändert sich die Vegetation schlagartig, es dominieren Sauerampfer und Brennnesseln, die ich sonst selten auf Madeira gesehen habe. Wie in der Nähe einer Alphütte, vermutlich ist diese Gegend etwas überdüngt, mit was, wollten wir nicht so genau wissen, und so erreichten wir den Plattenweg unterhalb Eira do Mourao bei den verfallenen Häusern.
Die letzten Stufen nach Eira do Mourao und auf einer kleinen Levada oberhalb der Felder nach Süden.Nach dem Ende der Levada wird der Weg etwas unübersichtlich, schliesslich kamen wir zur Brücke über die Ribeira Funda und auf die Levada de Baixo. Auf dieser bis zum Erreichen das Bachbettes, das war 2014 für mich die Madre. Issi hatte aber bei ihrer Wanderung Januar 2018 den Eindruck, dass die Madre weiter hinten liegt. Auf einem kleinen Weg kann man neben der Ribeira Funda weitergehen. Wenn die Levada do Meio Wasser führt und dieses an ihrem vorzeitigen Ende nach unten abgibt, sieht man hier auch einen Wasserfall von oben runterkommen (siehe auch Bericht von Issi (Bild 12)). Man kommt zu einem kleinen Wasserhäuschen, dessen Bestimmung wir nicht verstanden haben. Über eine kleine Röhre wird Wasser aus einer Quelle auf den Boden geleitet, ab hier geht es in die Ribeira Funda. Daneben geht es ein paar nasse glitschige Stufen hoch und man steht vor einem kleinen Poco, dessen Wasser sich auf die Treppe und vor das kleine Wasserhaus ergiesst. Der Poco wird von einer kleinen Levada, die wir liebevoll und pragmatisch 'Levadinha de Baixo superior' nannten. Sie entnimmt etwa 30 Meter flussaufwärts das Wasser aus der Ribeira Fund und überbrückt einen grösseren Kessel, aus dem es verdächtig laut quakte. Möglicherweise wird dieser Tümpel, wo das Wasser zu versickern droht, durch die kleine Levada superior umgangen. Spekulation...
Der Weg geht nun sehr steil hoch bis zur Levada do Meio. Zuerst kurz zum vorzeitigen Ende, wo wie 2014 das Wasser über einen Wasserfall in die Ribeira Funda abgelassen wird. Heute war die Levada aber trocken, also auch kein Wasserfall in die Ribeira Funda!
Auf der Levada do Meio bis zur Madre in der trockenen Ribeira Funda. Hier ging ich allein weiter durch den Brombeervorhang zur imposanten Schlucht. Senkrechte Wände, wenig Tageslicht, und weiter hinten hoch oben die Brücke der Levada do Norte über die Schlucht. Es geht dann noch eine Weile weiter, bis es dann etwas schwieriger wird voranzukommen. Zurück zur Madre, auf dem gleichen Weg zur Levada de Baixo und auf dieser in Fliessrichtungbis zu den ersten Häusern. Definitiv eine relativ ungefährlich, spannende, abwechslungs- und aussichtsreiche Levada, eine meiner Favoriten!
Ab hier unter maximaler Vermeidung von Strassen und Issis Führung punktgenau in die Jamaica Bar unmittelbar beim Miradouro, wo unser erstes Auto stand.
Distanz: 9.1 Km, 420 Hm Aufstieg, 480 Hm Abstieg
Start: 09.35 Meia Legua
Ende: 15.10 Ribeira Brava
Zustand: Relativ anspruchvoller Aufstieg, der Weg ist meist deutlichnerkennbarund in für Madeira-Verhältnisse gutem Zustand. Traverse zur Levada de Baixo ziemlich verwachsen, Trittsicherheit notwendig. Der Madrebereich der Levada de Baixo ist etwas zugewachsen und wild, der Aufstieg über die nassen Stufen mit Vorsicht gut zu machen. Schlucht der Ribeira Fund, wenn man mal den Brombeervorhang durchdrungen hat, einfach nur überwältigend. Levada de Baixo ist teils ausgesetzt, aber nie wirklich gefährlich, weil genügend breit
Bemerkungen: Der Aufstieg nach Eira do Mourao würde ich trittsicheren erfahren Wanderern empfehlen, vielleicht aus Gründen des Untergrundes und der Orientierung eher im Aufsteig, allenfalls dann Abstieg über den klassischen Treppenweg.
Dank: Danke an Issi für das vorgängige Recherchieren im Madrebereich der Levada de Baixo und die Begleitung, hat grossen Spass gemacht!
GPS-Daten: Original GPS-Track
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