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08.05.2019 Eine unerwartet gefährliche Levadaentdeckung bei Santa Cruz
Datum: 08.05.2019
Anfahrt: Canico - Santa Cruz
Verlauf: Nach einem kurzen ungeplanten Abstecher ins Madeira-Shopping hatten wir noch einen freien Nachmittag, den wir zur Erforschung einer Levada nutzten, die ich letztes Jahr vom Lombo der Levada da Morena aus entdeckte.
In der Zwischenzeit hatten auch die Caminheiros Anonimos einen Beitrag ins Netz gestellt: Es handelt sich um die Levada do Chao do Linho.
Nachdem ich mir die Photos genau angesehen hatte, war für mich klar, wo wir den Einstieg versuchen sollten. Wir parkierten an der Rua da Ribeira und stiegen auf dem Treppenweg Richtung Levada hoch, steckten aber kurz vor erreichen an einem verschlossenen Tor fest.
Zurück ins Auto und auf dem Caminho Dona Mecia und einer steilen Stichstrasse hoch, bis der Motor fast explodierte. Auch hier war kein Zugang zur Levada und auch keine Levada zu sehen. Beim dritten Versuch entdeckten wir die vom Caminheiro gezeigte Tafel der Vereda do Chao do Linho.
Also starteten wir hier und gingen zuerst gegen die Fliessrichtung, zuerst auf gutem betonierten Weg, später an zwei Wasserspeicher vorbei, über eine witzige Levadabrücke und zunehmend etwas zugewachsen dem steilen Hang entlang. Ein Bauer meinte, das sei da hinten zu gefährlich und alles zugewachsen, wie machten ihm klar, dass wir nur mal schauen wollten und dann wieder zurückkämen.
Und es war wirklich zugewachsen, Brombeeren von allen Seiten und viel Grün auf dem Levadaweg. Aber wir kämpften uns weiter und kamen schliesslich zu einer sehr schmalen Stelle an einer Felsnase mit einem sehr niedrigen Felsüberhang. Ich testete mich vor, ein Fuss in der Levada, das andere Knie auf der morschen Mauer, und am Schluss war ich auf der anderen Seite wieder auf relativ sicherem, aber noch mehr zugewachsenem Terrain. Meine Frau blieb allerdings stecken und traute sich nicht mehr weiter, also zurück, sehr vorsichtig, weil unter uns war nur noch senkrechte Felswand.
Etwa 100 Meter zurück entdeckten wir einem Weg, der von der Levada hochging, zuerst zu einem Strommasten, dann über Steine wieder bergab, und wir trafen tatsächlich wieder auf die Levada nach der gefährliche Stelle. Ich testete noch die Strecke zum Überhang auf der andern Seite, aber hier war wirklich fast kein Durchkommen.
Ab hier war es weiter überwachsen, aber etwas weniger abschüssig, vorbei an einem halb verfallenen Haus, dann kam von unten eine intakt aussehende Steintreppe hoch zur Levada, das war für uns ein willkommener potentieller Notausstieg, falls es auf der Levada nicht mehr weitergehen sollte.
Es ging aber weiter, wenn auch nicht besonders komfortabel. Es ist schon etwas ausgesetzt, und der Weg ziemlich schmal und überwachsen. Man steht über der Ribeira de Santa Cruz, auf der andern Talseite das letzte Haus an der Rua da Ribeira, und irgendwann trifft man auf Steinmauern, der Weg wird deutlich besser, man trifft auf ein verfallendes Haus und bewirtschaftete Felder, da war für uns klar, dass es auch hierhin einen Weg geben musste, den wir zurückgehen konnten.
Zuerst aber weiter Richtung Madre, relativ breit und gut unterhalten, man trifft auf das Flussbett, und plötzlich geht es auf der Levada nicht mehr weiter, die Levada ist in den Fels gehauen und trifft 20 Meter weiter auf den betonierten Damm.
Also etwas zurück, ins Bachbett und auf der andern Bachseite zum Damm. Wir waren ziemlich erschöpft, obwohl wir nur etwa eine Stunde unterwegs waren. Der Ort ist aber perfekt um etwas die Seele baumeln zu lassen, sehr idyllisch!
Dann zurück zu den Feldern, der Pfad führt über den Bach und über die Felder mit schönem Blick auf die Levada auf der anderen Talseite zu den Häusern am Ende der Strasse.
Hier sieht man auch die Brücke, die zum Notausgang-Treppenaufsteig führt, wir sind allerdings auf der Strasse zurüch. Von hier hat man auch einen guten Überblick auf die Felswand unterhalb der gefährlichen Stelle.
Zurück zum Einstiegspunkt und ab hier in Fliessrichtung relativ entspannt, abgesehen von ein paar Hunden, bis zum Ende an der Rua Dona Mecia und wieder zurück zum Auto.
Zum Dessert gab es dann noch ein paar Geocaches in Santa Cruz und ein paar schöne Impressionen.
Distanz: 5 Km, 100 Hm Aufstieg, 100 Hm Abstieg
Start: 13.20 Caminho Dona Mecia
Ende: 15.26 Caminho Dona Mecia
Zustand: Ab dem Einstiegspunkt gegen die Fliessrichtung ist die Begehung zuerst einfach, dann zunehmend herausfordernder. Die gefährliche Stelle ist zwar passierbar, aber nur für sehr erfahrene und unerschrockene Levadawanderer. Die Umgehung und der Weiterweg ist anspruchsvoll, wenn die Levada nicht freigetrimmt ist.
Der Rückweg von den Feldern zum letzten Haus an der Strasse ist einfach.
In Fliessrichtung ab dem Einstiegspunkt ziemlich einfach, ein paar Mauerpassagen
Bemerkungen: Die Levada an sich ist interessant, aber doch eher für Levadafreaks geeignet. Mit den Informationen, die ich jetzt hier aufgeführt habe, wir aber an diesem Tag nicht hatten, dürfte die Begehung deutlich entspannter sein, man kann die gefährliche Stelle von beiden Seiten anschauen, wieder umkehren und den Umgehungsweg benützen.
Die sehr schöne Madre kann man einfacher über die Strasse, den Weg und den gut erhaltenen ersten Teil der Levada erreichen.
GPS-Daten: Original GPS-Track
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