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06.09.2018 Bisse de Ricard und die Spinnenbrücke (Pont de Niouc)
Datum: 06.09.2018
Anfahrt: Rechy - Chalais Télépherique
Verlauf: Start an der Talstation der Vercorin-Bahn in Chalais, der Strasse entlang nach Chippis. Aufstieg auf dem Wanderweg zur Bisse de Ricard, zum Tunneleingang des Umgehungsstollens, der das Wasser transportiert.
Auf der alten stillgelegten Bisse bis zur Galerie, wo der Stollen für 15 Meter temporär wieder an die Oberfläche kommt, weiter auf der zunehmend spektakuläreren Bisse bis zu einem Zugangstunnel, den ich nicht weiter erforscht habe, vorbei an der Abzweigung zum Pont de Niouc und nach Briey. Weiter auf dem nun etwas höher als die alte Bisse verlaufenden Weg bis zum grossen Erdrutsch, der vermutlich die Verrohrung veranlasst hat. Wenn man den Farbtupfern folgt, kein Problem. Kurz danach wieder auf der alten Bisse bis zum Entsander, wo der Tunnel wieder an die Oberfläche kommt, und weiter zur Fassung. Zurück zum Entsander und auf den steilen, teilweise ausgesetzten Weg bis unter den Pont de Niouc. Hier steht eine Plattform, die als 'Landestelle' für die Abseilaktionen von der Brücke dient (Circuit des 3 Bisses). Ab hier geht der Weg noch etwas weiter bis zu einer Betonkonstruktion, wo man zur Navizence absteigen könnte. Die Überschwemmungen vom Frühsommer haben allerdings die Situation hier dramatisch verändert.
Zurück bis zum Entsander und über den Erdrutsch zum Aufstiegsweg und auf steilem Pfad bis zum Pont de Niouc, der glücklicherweise von Westen her nicht abgeschllossen war. So konnten wir die Hängebrücke bis zum verriegelten Osttor überqueren und wieder zurück zum Westtor zurückkehren.
Aufstieg auf gutem Weg bis zur Strasse nach Vercorin. Unterwegs kreuzten wir das aufsteigende Rohr der Bisse die Briey. Auf der Strasse Richtung Chalais, bis die Bisse de Briey aus dem Rohr austritt und offen weiterfliesst. Wunderschöner See als Zwischenspeicher. dann weiter auf der Bisse und auf dem unteren Endast bis Briey (téléphérique) und Abstieg mit Kreuzung der Bisse de Ricard nach Chalais.
Distanz: 17.1 Km, 760 Hm Aufstieg, 760 Hm Abstieg
Start: 09.45 Chalais
Ende: 16.20 Chalais
Zustand: Die Bisse de Ricard ist teilweise exponiert, aber einfach zu begehen, ein paar Erdrutschstellen sind teilweise mit Seilen gesichert. Die grosse Erdrutschstelle ist stabil und es gibt einen deutlichen Pfad, der mit roten Farbtupfern markiert ist.
Der Weg vom Entsander bis unterhalb der Brücke ist nicht unproblematisch, vor allem im Abstieg (schmal, exponiert, rutschig), aber teilweise mit Seilen gesichert
Der Aufstiegsweg von der Bisse zum Pont de Niouc ist steil, aber problemlos
Die Brücke ist problemlos zu begehen, es braucht etwas Überwindung, aber je länger man unterwegs ist, um so grösser der Genuss.
Der Aufstieg zur Strasse ist nicht als solcher angeschrieben, wenn man Richtung 'Buvette des Voualans geht, geht man auf einem völlig anderen Weg in eine andere Richtung (vgl. Karte)
Der Strassenabschnitt ist nicht ungefährlich wegen des Verkehrs, die Bisse de Briey dann sehr entspannend und problemlos
Der Abstieg von Briey nach Chalais ist zum Teil relativ steil, aber bei Bregehung der äusseren Passagen über der Felswand sehr aussichtsreich
Bemerkungen: Eindrückliche Wanderung in de wilden Schlucht auf der sehenswerten Ricard. Und die Brücke ist sowieso rein optisch, aber aiuch in der Begehung sehr imposant
Die Bisse de Ricard wurde im 15. Jahrhundert gebaut. Ursprünglich war sie etwas kürzer, heute führt sie bis an die Rèche. Durch ihr Restwasser werden die etwas tiefer gelegene Bisse de Réchy, Bisse d'Ormeaux und Bisse de Fleur gespiesen. Bei unserem Besuch 2018 wurde klares Wasser zur Bisse durch einen Tunnel bis zum Entsander geführt, das trübe, schmutzige Wasser aus der Navizence gelangte nicht in die Bisse. Woher dieser Tunnel kommt und wo die eigentliche Wasserfassung liegt, ist somit unklar. Jedenfalls befindet sich eine klassische Staumauer mit der Möglichkeit einer Wasserfassung am Beginn der Bisse. Ab dem Entsander führen heute zwei Tunnels bis vor die Weinberge, unterbrochen von einer Galerie. Das Baujahr der Tunnels konnte ich nicht eruieren. Der alte Verlauf der Bisse ist kurz nach der Fassung durch einen grossen Erdrutsch zerstört. Danach führt der Wanderweg etwas höher als die alte Bisse bis zu einem Zugangstunnel zum ersten Umgehungstunnel. Ab hier geht man mehrheitlich im alten Bett der Bisse, mit Ausnahme von 4 Erdrutschstellen, die teilweise mit Drahtseilen gesichert sind. Nach dem zweiten Tunnel verläuft die Bisse zuerst verrohrt, dazwischen auch offen bis zur Rèche, wo sie als Wasserfall das Restwasser des Baches ergänzt.
Die Bisse de Briey wurde 1923 erstellt, sie versorgt auf dem ehemaligen Endstück des Trassees der stillgelegten Bisse de Sarrasin (vgl. Wanderung 11.09.2018) die Gegend um Briey. Ihr Wasser bekommt sie aus dem Kraftwerksstollen des Moiry-Kraftwerkes (3. Etappe Vissoie-Chippis). Vom Pont de Niouc wird ein Syphon gebildet, das Wasser wird auf der rechten Talseite auf die Brücke geleitet und auf der linken Talseite befindet sich eine aufsteigende Röhre bis zur ehemaligen Bisse de Sarrasin. Ab hier wird das Wasser unterhalb der Strasse von Chalais nach Vercorin verrohrt und unzugänglich bis zum Plateau de Briey Dessus geführt. Bei La Boua kommt sie wieder an die Oberfläche und unterquert die Strasse. Danach offener Verlauf bis zu einem wunderschönen Speichersee, von wo aus das Wasser auf die verschiedenen Endäste verteilt wird. Ein Teil geht vom östlichen Ende des Sees Richtung Briey Dessous, der Hauptast geht aus dem westliche Ende des Sees weiter Richtung Brie Dessus, am Ende verzweigt sich der Hauptast nochmals.
Der Pont de Niouc wurde 1922 als Teil der Bisse de Briey gebaut. Es handelt sich um eine Fussgängerbrücke, auf der zu Beginn auch Ziegen von einer Talseite zur andern befördert wurden, das Wasser wird etwas über der Brücke in einem Rohr über das Tal geleitet. Die Höhe beträgt 190 Meter, die Spannweite 220 Meter. Zwischen 1922 und 1929 war sie die höchste Brücke der Welt, bis 2017 war sie die höchste Brücke der Schweiz (bis zum Bau der Taminabrücke in Pfäfers). Sie wird allerdings noch als höchste Hängebrücke der Schweiz geführt. 1996 wurde sie saniert und renoviert, nachdem sie über Jahre gesperrt war wegen morscher Holzbretter und rostiger Metallteile. Im Sommer werden Bungeesprünge (von der Ostseite her) angeboten, ebenfalls wurde eine Tyrolienne installiert, und sie wird auch im Rahmen des Circuit des 3 Bisses begangen. Wegen ihrer Struktur, dem Netztwerk von Kabeln, wird sie auch als Pont de l'Araignée (Spinnenbrücke) bezeichnet (Quelle: Wikipedia.org).
Die Bisse de Niouc wurde 1908 von italienischen Arbeitern gebaut. Sie bezieht, wie die Bisse de Briey, ihr Wasser aus dem Kraftwerkstollen Sie ist begehbar und ermöglicht eine schöne Aussicht auf das Rhonetal
Die Bisse d'Ormeaux wurde 1903 im Zusammenhang mit dem aufkommenden Weinbau gebaut. Sie wird auf etwa 620 M.ü.M. an der Rèche gefasst. Sie fliesst unter einem Weg, ist aber vollständig verrohrt und etwa 1.5 Km lang. Der Bau steht auch in Zusammenhang mit der Verlängerung der Bisse de Ricard in die Rèche.
Die Bisse de Réchy entspringt etwas unterhalb der Bisse d'Ormeaux auf 610 M.ü.M. gefasst. Sie ist grösstenteils verrohrt und verläuft unter einem Weg. Sie wurde um 1300 erstmals erwähnt, wie auch die Bisse de Meyen, die heute allerdings ausser Betrieb ist, aber doch noch teilweise begehbar ist.
Die Bisse de Fleur noch etwas weiter unten auf 510 M.ü.M. gefasst. Sie wurde 1937 gebaut und ist vollständig verrohrt.
GPS-Daten: Original GPS-Track
Quelle: Walliser Suonen, Johannes Gerber - Jean-Henry Papilloud, 2015 Editions Monographic SA, 3960 Sierre, IBSN 978-2-88341-235-4, Musée des Bisses
Aus den Weinbergen zum Ende des Umgehungstunnels der Bisse de Ricard:
Auf dem alten Bissentrassee zur Galerie
Die Galerie zwischen den 2 Tunnels:
Auf dem ehemaligen Bissenbett zum Zugangstunnel:
Weiter auf dem Umgehungsweg bis zur Fassung der Bisse de Ricard:
Entsander und Fassung der Bisse de Ricard:
Die unklare Zuleitung von klarem Wasser:
Der Weg bis unter den Pont de Niouc und zurück:
Aufstieg zum westlichen Zugang des Pont de Niouc:
Auf dem Pont de Niouc:
3 Tage später von der andern Seite, diesmal mit mehr Betrieb:
Aufstieg zur Vercorinstrasse mit Kreuzung des aufsteigenden Astes der Bisse de Briey und auf der Strasse bis La Boua:
Vom Ende der Verrohrung bis zum Speichersee:
Der Speichersee mit den beiden Abflüssen:
Der östliche Abfluss nach Brie Dessus:
Der westliche Abfluss mit dem Hauptast:
Der Hauptast bis zur Verzweigung:
Die beiden Hauptäste, der obere war trocken:
Abstieg von Briey (téléphérique) nach Chalais mit Kreuzung der Bisse de Ricard, Blick auf den Weinberg von Ormeaux:
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