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05.09.2018 Die Bissen im Gredetschtal (Wyssa, Oberschta, Gärtiery, Grossa, Unnerschta, Niwa, Stigwasser)
Datum: 05.09.2018
Anfahrt: Réchy - Brig - Naters - Mund
Verlauf: Start in Mund, Aufstieg mit Kreuzung des Mittelwassers, vorbei am Ende des Steiwassers und mit Kreuzung der Niwa zum Ende der Wyssa, auf dieser vorbei am Stolleneingang Süd auf die historische Wyssa, bis zur Fassung der verrohrten Wyssa, Abstieg mit Kreuzung der Überreste der Niwa und des Mittelwassers bis zur Fassung der Oberschta, auf dieser bis oberhalb Birgisch.
Abstieg nach Steigrächu mit Kreuzung der Gärtiery, der Grossa und zwischen dem inaktiven Teils der Unnerschta und der Grossa zurück zum Mundbach. Aufstieg und Kreuzung der hier stillgelegten Badnery. Zur Fassung dees Stigwassers, auf diesem zurück nach Mund, Passage des Wasserteilers zum Dorfwasser
Distanz: 15.7 Km, 520 Hm Aufstieg, 520 Hm Abstieg
Start: 09.35 Mund
Ende: 16.40 Mund
Zustand: Die Wyssa ist für trittsichere und schwindelfreie Wanderer ein Genuss, der Weg ist perfekt hergerichtet, die Tunnels teilweise etwas niedrig
Die Oberschta ist mit dem relativ langen Tunnel für Ungewohnte etwas speziell, sonst unproblematisch
Das Stigwasser ist problemlos.
Bemerkungen: Das zweite Highlight der klassischen Suonenwanderungen
Die Wyssa wurde erstmals 1642 erwähnt, es existieren aber auch Dokumente, die beweisen sollen, dass sie bereits im 14. Jahrhundert existiert hat. Sie ist die oberste und auch gefährlichste Suon aus dem Gredetschtal. Nachdem ein Erdrutsch die Wyssa auf 60 m zerstörte, leitete man Sanierungsmassnahmen ein und man baute 1928 und 1929 Tunnels, um die gefährlichen Holzkännelpassagen zu ersetzen. 1994-96 wurde ein Stollen und eine Rohrleitung aus dem Gredetschtal bis nach Zienshischinu erstellt, welcher alle Suonen von Mund über eine Vertikalleitung mit Wasser versorgen kann. Seither wird der alte Suonenweg nur noch aus touristischen Gründen und zur Erhaltung dieses grossartigen Kulturdenkmals unterhalten.
Die Vertikalleitung versorgt der Reihe nach die Niwa, das Steiwasser und das Mittelwasser mit Wasser. Das Stigwasser wird gekreuzt mit Möglichkeit der Wasserabgabe an das Stigwasser und Wasseraufnahme aus dem Stigwasser. Sie geht weiter bis zur aktuellen Fassung des Dorfwassers. Dieses führt einerseits das ihr gehörende Wasser, andererseits auch das Restwasser der oberen Vertikalen mit und speist mitten in Mund den unteren Teil der Vertikalen. Diese konnten wir 2020 von unten bis in die Mitte von Mund verfolgen. Mit dem Wasser wird die Badneri mit Wasser versorgt, das Restwasser versorgt die Felder unterhalb von Fäld.
Über die Kienzleri gibt es nur mündliche Überlieferungen. Sie könnte bereits im 14. Jahrhundert bestanden haben. Weil der Unterhalt sehr gefährlich und immer wieder von Todesfällen überschattet wurde, wurde sie durch die Niwa ersetzt.
Die Niwa wurde erstmals 1521 erwähnt. Auch der Unterhalt dieser Suone war sehr gefährlich, zu Beginn er 1920er Jahre wurden deshalb Tunnels und Halbtunnels gebaut, um die gefährlichsten Stellen zu umgehen. Sehenswerte Bilder dazu hier. Seit 1996 bezieht die Niwa ihr Wasser aus dem Stollen und die Felspartien wurden aufgegeben.
Das Steiwasser wird 1333 erstmals erwähnt. Seit 1922 wird sie von den höhergelegenen Niwa und Wyssa mit Wasser versorgt. Die ehemalige Fassung im Mundbach wurde stillgelegt. Heute wird das Steiwasser von der oberen Vertikalleitung mit Wasser versorgt. Besonders attraktiv ist die Passage unterhalb des Mundsteins über im Fels verankerte Holzkännel, siehe dazu ein paar (Bilder).
Das Mittelwasser ist uralt und wurde 1418 erstmals erwähnt. Bis 1922 wurde die Suon am Mundbach gefasst, ab 1922 wurde sie von der Niwa mit Wasser versorgt, ab 1996 erhält sie ihr Wasser aus dem Stollen über die obere Vertikalleitung.
Das Stigwasser wird um 1521 erwähnt, sie wird auf 1327 M.ü.M. am Mundbach gefasst, ist aber auch an die Rohrleitung aus dem Stollen angeschlossen. Sie wurde 1923 gründlich saniert und dient heute auch als einfacher Zugang ins Gredetschtal. Sie versorgt das etwas tiefer liegende Dorfwasser mit Wasser.
Das Dorfwasser wurde bereits um 1297 erwähnt. Die Fassung lag früher im Mundbach, der innere Teil wird aber nicht mehr erhalten, das Wasser wird vom Stigwasser bzw. von der oberen Vertikalleitung geliefert. Das Dorfwasser wird unterirdisch unter dem Dorfzentrum von Mund durchgeleitet und kommt später wieder an die Oberfläche. Eine Abzweigung mitten in Mund führt zur unteren Vertikalen.
Die Badneri wurde früher auf 1260 M.ü.M. am Mundbach gefasst, seit 1996 bekommt sie ihr Wasser aus dem Stollen über die obere Vertikalleitung und über das Dorfwasser. Der innere Teil wurde aufgegeben. Seit 2002 wurde sie mit Tretschborden, und Holzkänneln saniert, ebenfalls gibt es eine aus dem Fels gehauene Stelle. Sie führt bis zum Bahnhof Lalden, versorgt zuerst zusammen mit dem Chritzwasser die Gebiete um Unner Warbflie, oberhalb von Brigerbad und oberhalb von Lalden. Sie ist am Schluss direkt Teil des Bewässerungsssystems der Lötschberg-Südrampe (Waldbrände) (Bilder), vorher ist sie indirekt am Erosionsschutz der Felder oberhalb der Bahnlinie beteiligt.
Die Badneri versorgt nach ein paar Metern über einen Suonenteiler das Chritzwasser mit Wasser. Das Restwasser aus der vertikalen Leitung fliesst als Bach weiter und versorgt punktuell ein paar Felder unterhalb von Fäld. Mehr zur Badneri unter Wanderung 2020
Das Chritzwasser wurde 1477 erstmals erwähnt. Die Fassung liegt im Mundbach, wurde aber aufgegeben, weil die Suone ihr Wasser kurz nach der Fassung der Badneri von eben dieser abgezweigt wird. Sie bekommt also ihr Wasser ebenfalls indirekt aus dem Stollen.
Die Oberschta wurde möglicherweise 1435 erstmals erwähnt, sicher ist ein Dokument aus dem Jahr 1684. 1932/34 wurde sie umfassend mit Tunnels saniert. In diesem Bereich kann man alte Aufhängvorrichtungen und in den Fels gehauene Abschnitte sehen. Das Wasser wird im Mundbach gefasst und versorgt seit den Sanierungsarbeiten auch die tiefer liegende Gärtiery.
Die Gärtiery hatte ihre Fassung früher direkt am Mundbach, seit der Sanierung der Obersta 1934 erhält sie ihr Wasser über einen Wasserteiler und der innere gefährliche Teil muss nicht mehr unterhalten werden.
Die Grossa fasst ihr Wasser immer noch im Mundbach auf 1200 M.ü.M.. Sie wird bereits 1435 erwähnt. Seit der Sanierung 1981 wird in Steigrächu die Hälfte des Wassers an die Unnerschta abgegeben. Entlang des Wanderweges von Steigrächu Richtung Mundbach sieht man östlich ein paar interessante Betonkonstruktionen dieser Suone.
Die Unnerschta wurde bis 1981 im Mundbach gefasst. Unterhalb des Wanderweges von Steigrächu Richtung Mundbach sieht man ein paar aufgegeben Rohrleitungen und einen Metallkännel. Sie wird seit 1981 von einer Zuleitung aus der Grossa in Steigrächu mit Wasser versorgt.
Die Driestneri und das Liniwasser haben eine atemberaubende Fassung im Mundbach auf 900 M.ü.M.. Beide dienen dem Brandschutzsystem der Lötschberg-Südrampe. Die Driestneri ist immer noch in Betrieb, der Weg zur Fassung wurde neu hergestellt, die letzten Meter sind aber ziemlich ausgesetzt. Kurz vorher gibt es eine Umgehung über eine Treppe und einen Trampelpfad, die Suone verläuft hier in einem Rohr und kann nicht begangen werden.
Das Liniwasser ist nicht mehr in Betrieb, sie kann aber immer noch begangen werden. Aber man muss schwindelfrei und trittsicher sein! Die Passage direkt nach der Fassung ist atemberaubend Wanderung 2020. Nach der Schluchtpassage ist der Weiterverlauf noch zu sehen und hier verlaufen die Bewässerungsrohre für den Brandschutz der Lötschberglinie.
GPS-Daten: Original GPS-Track
Quelle: Walliser Suonen, Johannes Gerber - Jean-Henry Papilloud, 2015 Editions Monographic SA, 3960 Sierre, IBSN 978-2-88341-235-4, Musée des Bisses
Aufstieg zum Ende der Wyssa, Kreuzung mit der Niwa:
Bobma:
Auf der Wyssa bis zum Stolleneingang Süd:
Auf der historischen Wyssa bis zum Stolleneingang Nord:
Weiter bis zur neuen Wasserfassung:
Abstieg zur Fassung der Oberschta, Kreuzung mit den Überresten der Niwa nd des Mittelwassers
Die Fassung der Oberschta:
Auf der Oberschta bis oberhalb von Birgisch:
Abstieg nach Steigrächu Kreuzung mit der Mittla und der Grossa:
Zur Fassung des Stigwassers:
Die Fassung des Stigwassers:
Auf dem Stigwasser nach Mund:
Der schöne Dorfkern von Mund:
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