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04.09.2018 Die Bissen im Baltschiedertal (Niwärch, Gorperi, Undra, Mittla, Eggeri)
Datum: 04.09.2018
Anfahrt: Réchy - Visp - Eggerberg - Eggen
Verlauf: Start in Eggen, Aufstieg zur Gorperi, bis zu deren (inaktiven) Fassung, Aufstieg nach Ze Steinu, zur alten und zur neuen Fassung des Niwärchs.
Auf dem alten Niwärch über den wunderschön instand gehaltenen Abschnitt in den Felswänden nach Choruderri und zum südlichen Stollenausgang des neuen Niwärchs. Auf der Suone weiter und Abstieg zum Weiler Niwärch, weiter Abstieg, Kreuzung der Mittla, nach Ausserberg bis zur Undra
Auf der Undra bis zu deren Fassung, Abstieg und ziemlich weglos zur Brücke nach Tunscheta, zur Fassung der Laldneri, auf der Laldneri bis zur Kreuzung mit dem Wanderweg und auf diesem Richtung Eggen, Kreuzung mit der Eggeri.
Distanz: 18.4 Km, 450 Hm Aufstieg, 450 Hm Abstieg
Start: 09.15 Eggen
Ende: 16.15 Eggen
Zustand: Die Gorperi ist bis auf den fakultativen Chänilzug einfach, etwas Trittsicherheit erforderlich
Das Niwärch ist nur schwindelfreien und trittsicheren Wanderern zu empfehlen, ich hatte allerdings erwartet, dass der Weg etwas anspruchsvoller ist
Die Undra ist wie die Gorperi eigentlich problemlos, der letzte Abschnitt zur Fassung ist etwas anspruchsvoller
Die Laldneri ist zwar gut begehbar, einige etwas ausgesetzte Stellen, der Weg ist allerdings kein markierter Wanderweg
Bemerkungen: Ein Highlight der klassischen Suonenwanderungen
Die Gorperi wurde 1640 gebaut. Die Fassung lag bis 2013 auf 1216 m.ü.M. im Baltschiederbach. Seither wird das Wasser aus der Niwärch-Röhre über ein Rohr zum Beginn der Gorperi geleitet, die eigentliche Fassung ist ausser Betrieb. Sie endet über Eggerberg und versorgt die Beregnungsanlagen. Sie wurde 1932-34 gründlich saniert und die gefährlichen Passagen wurden durch Tunnels ersetzt. Einzig der 1991 restaurierte Chännilzug Meerheji und ein paar verfallene Reste zeigen die anspruchsvolle Linienführung in den Felswänden. Die Gorperi versorgt zudem die tiefer liegende Eggeri mit Wasser.
Das Niwärch (neues Werk) wird erstmals um 1381 erwähnt. Sie scheint aber nicht die älteste Suone auf dieser Talseite zu sein, die Mittla scheint noch etwas älter zu sein. Sie wurde ursprünglich in der Alum etwas nördlich des nördlichen Stolleneinganges und erst später im Baltschieder-Bach oberhalb von Ze Steinu gefasst. 1914 zerstörte ein Felssturz alle 3 Suonen dieser Talseite (Niwärch, Mittla und Undra) und sie mussten mit Stollen wiederhergestellt werden. 1946/47 wurde sie umfassend saniert und die letzten Holzkännel verschwanden. 1972 wurde der Niwärch-Stollen eröffnet, der das Wasser des Niwärchs wie auch der Mittla durch den Berg leitete. Die Fassung dieser Rohrleitung liegt etwas unterhalb der alten in Ze Steinu. Der historische Suonenweg wird seither von der SAC Ortsgruppe Ausserberg unterhalten als Zeugnis für diese grossartigen Bauwerke. Einige Holzkännel wurden wiederhergestellt und jedes Jahr wird der Weg im Frühjahr, beginnend mit einer Zeremonie, für die Wanderer in Ordnung gebracht.
Die Mittla ist vermutlich die ältesete Suone oberhalb von Ausserberg. Sie wurde wahrscheinlich in aller Eile gebaut, weil sich die Bauarbeiten am Niwärch in die Länge zogen. Deshalb nannte man sie auch 'Hudolwärch'. Seit 1972 bezieht sie ihr Wasser aus dem Niwärchstollen, die felsigen Abschnitte sind verfallen. Heute kann man im Lowwigrabe an der Strasse nach Raaft den restaurierten Kännelabschnitt bewundern.
Die Undra ist eine der ältesten Suonen in Ausserberg. Sie wurde 1377 bereits erwähnt als neue Wasserleitung. Sie musste bis 1939 auch im Winter betrieben werden, weil sie für die Trinkwasserversorgung von Ausserberg verantwortlich war. Die Fassung liegt auf 1099 m.ü.M. im Baltschiederbach. Die Fassung selbst ist sehr interessant und sicher sehenswert. Ich glaube, unterwegs auf einer Tafel gelesen zu haben, dass die Undra zeitweise nicht mehr in Betrieb war, vor ein paar Jahren aber wiedereröffnet wurde. Sie speist jetzt das neue Beregnungssystem und dient als Hauptzugang von Ausserberg ins Baltschiedertal. Sie betreibt eine historische Mühle in Ausserberg, früher waren es eine Säge und 3 Mühlen. Zudem wird über einen Wasserteiler Wasser für die weiter unten fliessende Wiigartneri abgezweigt.
Die Wiigartneri ist eine der ältesten Suonen aus dem Baltschiedertal. Sie wurde 1377 erstmals erwähnt. Seit sie ihr Wasser von der Undra bezieht, ist der hinterste Teil bis zur Fassung inaktiv. Sie dient der traditionellen wie auch der modernen Bewässerung mit Beregnungsanlagen, ebenfalls ist sie an ein Bewässerungssystem zur Erhaltung eines Grüngürtels entlang der BLS-Linie angeschlossen.
Die Laldneri wurde um 1312 gebaut. Die Fassung liegt auf 900 m.ü.M. und die Bewässerung wird herkömmlich wie auch modern geregelt. Sie führt seit 1948 auch das Wasser für die tiefer liegenden Äbineri und Tenneri mit.
Die Eggeri wurde früher direkt am Baltschiederbach gefasst. Sie führte dann spektakulär durch Felswände bis nach Eggen. Wann diese Suone gebaut wurde, ist unklar. Erwähnt wird sie 1920. Seit 1934 bezieht sie ihr Wasser aus der Gorperi über einen Wasserteiler. Der erste Teil ab der ehemaligen Fassung ist inaktiv.
Die Äbneri und die Tenneri hatte früher beide ihre eigenen Fassungen im Baltschiederbach. Seit 1948 werden sie mit einer Leitung aus der Laldneri versorgt und sind zu einer einzigen Suone zusammengeführt worden. Sie heisst im ersten Abschnitt Äbneri, ab der Schliecht Tenneri. Das Alter der beiden Suonen ist unbekannt, sie werden in einem Dokument von 1788 erwähnt.
GPS-Daten: Original GPS-Track
Quelle: Walliser Suonen, Johannes Gerber - Jean-Henry Papilloud, 2015 Editions Monographic SA, 3960 Sierre, IBSN 978-2-88341-235-4, Musée des Bisses
Aufstieg zur Gorperi, Abzweigung zur Eggeri am Teiffebach:
Auf der Gorperi:
Zum Chännilzug Meerheji:
Der Chännilzug Meerheji:
Weiter bis zur ehemaligen Fassung:
Die ehemalige Fassung und die Brücke mit dem Zuflussrohr aus dem Niwärch:
Nach Ze Steinu, die neue Wasserfassung des Niwärch:
Die ehemalige Fassung des alten Niwärch:
Auf dem historischen Niwärch:
Die Erdrutschstelle von 1914 mit dem Umgehungsstollen:
Die letzten ausgesetzten Meter:
Der Chännilzug Meerheji vom Niwärch gesehen:
Weiter zum Stollenausgang Süd:
Auf dem Nirwäch bis zum Weiler Niwärch:
Kreuzung mit der Mittla:
Nach Ausserberg und auf der Undra zurück:
Wasserteiler zur Wiigartneri:
Weiter auf der wunderschönen Undra bis zur Fassung:
Die Fassung der Undra:
Abstieg und über die Brücke zur Fassung der Laldneri:
Die Fassung der Laldneri:
Auf der Laldneri:
Auf dem Wanderweg nach Eggen, Kreuzung mit der Eggeri:
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