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21.06.2017 Bisse d'Ayent und Bisse de Sion
Datum: 21.06.2017
Anfahrt: Montana - Anzère
Verlauf: Abstieg von Anzère zur Bisse d'Ayent, auf dieser gegen die Fliessrichtung zum Tunnel mit der Steilwandpassage des Torrent-Croix und dem Wasserrad.
Weiter bis zur Centrale de Chamarin (Wasserzufluss und Pumpstation zur Bisse de Sion), ab hier trocken, Kreuzung der Strasse zum Lac de Tseuzier, weiter zur exponierten Steilwand (Passage de Follé).
Abstecher zur alten Wasserfassung in der Lienne, zurück zum Wanderweg und Aufstieg zum Stausee.
Entlang der (leider noch) trockenen Bisse de Sion Richtung Fassung, zurück zur Staumauer und auf der Strasse talwärts. Umgehung der beiden Strassentunnels über teilweise extrem exponierte Wege bis zum Ausgang des Tunnels der Bisse de Sion
Entlang der Bisse und nochmals Umgehung des nächsten Tunnels zum Parkplatz Les Rousses.
Entlang der Bisse de Sion bis zum Reservoir de Chamarin (Zufluss des Pumprohres der Centrale de Chamarin), ab hier verrohrt bis zum Reservoir d'Audin.
In Anzère zurück zum Auto
Distanz: 24,9 Km, 600 Hm Aufstieg, 600 Hm Abstieg
Start: 09.10 Anzère
Ende: 16.50 Anzère
Zustand: Die Bisse d'Ayent ist im Bereich der Passage de Follé stark exponiert, aber ausreichend gesichert. Der Weg zur alten Fassung ist lohnenswert und erstaunlich gut erhalten.
Die Bisse de Sion ist eigentlich problemlos zu begehen. Wenn man allerdings die beiden alten Hüterwege im Bereich der Autotunnels begeht, muss man schon schwindelfrei sein. Der Aufstieg über die beiden Leitern und das schmale Felsband sind zwar gesichert, aber sicher nicht für jedermann geeignet. Zum Tunnelausgang der Bisse kann man aber auch vom Ende des zweiten Tunnels gegen die Fliessrichtung gelangen. Das lohnt sich auf jeden Fall.
Bemerkungen:
Der Lac de Tseuzier und das Projekt Basistunnel A6 Lenk-Tseuzier:
Die Lac de Tseuzier wurde 1957 fertiggestellt. Die Druckröhre führt in die Zentrale Croix, die mit 2 Turbinen mit 66 MW Leistung bestückt ist. Das Wasser wird in ein Ausgleichsbecken geleitet, ab hier beginnt der Stollen und die Druckleitung zum Kraftwerk St. Léonard mit einer Leistung von 34 MW.
Das Wasserschloss der ersten Druckleitung befindet sich in Six de Samarin. Hier beginnt die Druckröhre nach Croix. Zusätzlich wird ein Kraftwerk in einer Kaverne in Chamarin gespiesen mit einer Leistung von 0.9 MW. Dieses Wasser wird dann an die Bisse d'Ayent abgegeben. Und eine weitere Röhre geht nach Audin, wo ein Trinkwasserkraftwerk gespiesen wird.
Das Nationalstrassenprojekt A6 mit dem Rawiltunnel wurde in den 50er Jahren entworfen. Geplant war eine Verlängerung der A6 ab Zweisimmen nach Lenk, ein Basistunnel in die Nähe des Tseuzier-Stausees und ab hier eine Verbindung nach Osten nach Crans Montana und Sierre, nach Westen sollte eine Verbindung über Anzère nach Sion gebaut werden. 1966 entschied sich der Bundesrat für diese Variante. Das Projekt war von Beginn weg umstritten, der Verein Pro-Simmental wehrte sich heftig gegen die Verschandelung des Tales, die Walliser waren aus touristischen Gründeneher für das Projekt. Die Schweiz war gespalten. Als sich 1978 bei Sondierarbeiten grössere Wassereinbrüche ereigneten, entstanden Risse in der Tseuzier-Staumauer, das Wasser musste vollständig aus dem Stausee abgelassen werde. Dies und natürlich auch der immer grössere Druck in der Bevölkerung bewog das Parlament, das Projekt 1984 aufzugeben.
Die Bissen:
Die Bisse d'Ayent wurde Mitte des 15. Jahrhunderts gebaut. Die Wasserfassung lag unterhalb der heutigen Staumauer des Lac de Tseuzier. Seit dem Bau der Mauer wird das Wasser in der Centrale de Chamarin aus der Druckröhre in die Bisse geleitet. Immer noch sehr eindrücklich ist die aufgegebene Passage des Follé in einer vertikalen Felswand und natürlich die bekannte Durchquerung von Torrent-Croix mit den restaurierten aufgehängten Holzkänneln. Der Umgehungstunnel wurde 1831 eröffnet, nachdem die Bisse einige Jahre wegen des schwierigen Unterhaltes dieser Felspassage ausser Betrieb war!
Die Bisse d'Ayent kreuzt die Bisse de Bitaille und ergiesst sich am Ende in die Bisse de Grimisuat.
Die Bisse de Sion ist eine relativ junge Suone. Sie wurde zwischen 1901 und 1903 gebaut und war leider bei unserem Besuch noch nicht in Betrieb, die Gegend um die Fassung ist aber trotzdem sehr sehenswert.
Kurz vor der Staumauer ist sie verrohrt und kommt erst wieder auf dem Umgehungsweg des zweiten Strassentunnels an die Oberfläche. Parallel zum dritten Strassentunnel wird auch in einem Tunnel geführt.
Ab hier verläuft sie offen bis zum Reservoir de Chamarin, dann seit verrohrt bis zum Reservoir d'Audin (Trinkwasserversorgung von Anzère während der Touristensaison), dann wieder offen mit Überquerung der Bisse de Bitailla in die Sionne. Ihre Funktion war ursprünglich die Wassermenge in der Sionne zu erhöhen.
GPS-Daten: Original GPS-Track
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